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  19. September 2007  

Jiyan, „Internationalen Initiative zur Vermeidung von Zwangsheirat und Ehrenmord an kurdischen Frauen“ e.V.

   
     

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المادة 548 من قانون العقوبات  السوري
1­يستفيد من العذر المحل من فاجأ زوجه أو أحد أصوله أو فروعه أو أخته في جرم الزنا المشهود أو في صلات جنسية فحشاء مع شخص آخر فأقدم على قتلهما أو إيذاء أحدهما بغير عمد. ‏
2­يستفيد مرتكب القتل أو الأذى من العذر المخفف إذا فاجأ زوجه أو أحد أصوله أو فروعه أو أخته في حالة مريبة مع آخر

 
 
 

 

 


 
"Ehrenmord" an 16-Jähriger Morsal O. in Hamburg

 

Am Donnerstag, den 15.05.2008 sticht der 23-Jährige Ahmad O. mehr als ein Dutzend Mal mit dem Messer auf seine Schwester Morsal O. ein. Mehrere Passanten hören die Schreie und alarmieren die Polizei.  Kurz vor Mitternacht stirbt Morsal O. noch am Tatort an ihren Verletzungen.

Ahmad O. bringt einen Freund mit zur Verabredung mit seiner Schwester am U-Bahnhof Berliner Tor, dieser geht nach der Tat zur Polizei. Freitagmittag wird Ahmad O. verhaftet. Er gesteht die Tat. Er habe sie umgebracht, da sie sich "von der Familie abgewandt" habe.

"Leider ist das schreckliche Schicksal von Morsal kein Einzelfall", so Christa Stolle von TERRE DES FEMMES. "Die Mädchen haben oft große Angst vor ihren Familien und gleichzeitig wünschen sie sich, von ihnen geliebt und in ihren Wünschen unterstützt zu werden. Deshalb kehren sie immer wieder zu ihnen zurück. Der Abnabelungsprozess dauert meist sehr lange, auch wenn die Mädchen immer wieder brutal misshandelt werden".


Der Hintergrund

Der Mord an Morsal O. ist der Abschluss einer langen Leidensgeschichte. Morsal wollte sich den patriarchalen Lebensvorstellungen ihrer Familie nicht beugen und ein selbst bestimmtes Leben führen, dies konnte ihr Bruder Ahmad nicht akzeptieren. Mit drei Jahren kam Morsal mit ihrer Familie aus Afghanistan nach Deutschland. Sie lebte sich gut ein, bekam vor eineinhalb Jahren sogar einen Preis der Toepfer Stiftung für ein Projekt, das respektvolles Miteinander an ihrer Schule fördern sollte.

Wegen ihres "westlichen" Lebensstils kam es immer wieder zu gewalttätigen Konflikten mit ihrer Familie, insbesondere mit ihrem Bruder Ahmad und ihrem Vater. Die letzten zweieinhalb Jahre floh sie immer wieder in Einrichtungen der Kinder- und Jugendnothilfe. Aber die Verbindung zur Familie und der Wunsch nach Akzeptanz durch die Menschen, die sie liebte, schienen zu stark zu sein. Nach kurzer Zeit kehrte Morsal immer wieder zu ihrer Familie zurück. Im November 2006 verprügelte Ahmad seine Schwester brutal und verletzte sie dabei schwer. Sie zeigte ihn an, sagte dann aber nicht gegen ihn aus.

Im vergangen Sommer soll der Vater Morsal zu Verwandten nach Afghanistan geschickt haben, erzählt eine ihrer Freundinnen. Möglichweise plante die Familie auch eine arrangierte Ehe für ihre Tochter. Wenige Tage vor ihrem Tod kam es erneut zu einem Streit mit dem Vater. Er schlug sie zu Boden, laut Polizeiprotokoll. Die Polizei holte sie aus der Wohnung der Familie und brachte sie in einer Jugendeinrichtung unter. Von dort brach sie am Donnerstagabend auf, um sich mit ihrem Bruder zu treffen.

"Wie viel Frauen jedes Jahr wegen einer verletzen Familienehre jedes Jahr umgebracht werden kann man nicht genau sagen, berichtet Stolle, noch immer fehlen uns verlässliche Zahlen". Seit 2004 haben sich bei der Frauenrechtsorganisation TERRE DES FEMMES über 600 Mädchen und Frauen gemeldet, die wegen Gewalt im Namen der Ehre Hilfe suchten.

2006 ergab eine Bund-Länder Abfrage des Bundeskriminalamtes 48 "Ehrenmorde" an Frauen, die zwischen 1996 bis 2005 begangen wurden. Der Weltbevölkerungsbericht im Jahr 2000 geht von jährlich ca. 5.000 "Ehremorden" aus, die in mindestens 14 Ländern verübt werden. Die Dunkelziffer wird um ein vielfaches höher eingeschätzt.

 


 

     
 
 
     
 
   
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