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  19. September 2007  

Jiyan, „Internationalen Initiative zur Vermeidung von Zwangsheirat und Ehrenmord an kurdischen Frauen“ e.V.

   
     

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المادة 548 من قانون العقوبات  السوري
1­يستفيد من العذر المحل من فاجأ زوجه أو أحد أصوله أو فروعه أو أخته في جرم الزنا المشهود أو في صلات جنسية فحشاء مع شخص آخر فأقدم على قتلهما أو إيذاء أحدهما بغير عمد. ‏
2­يستفيد مرتكب القتل أو الأذى من العذر المخفف إذا فاجأ زوجه أو أحد أصوله أو فروعه أو أخته في حالة مريبة مع آخر

 
 
 

 

 

 

Achtjährige Jemenitin erkämpft Scheidung

Zwei Monate lang ertrug Nujud Nasser alles – die Schimpfwörter, die Schläge, den erzwungenen Sex. Dann hielt es die achtjährige Jemenitin nicht mehr aus. Sie lief davon.

 
Nojoud Nasser
Weg von ihrem 22 Jahre älteren Ehemann, weg von ihrem Vater, der sie wenige Wochen zuvor gegen ihren Willen vermählen ließ. Sie zog vor Gericht und erkämpfte ihre Scheidung. Damit entfachte sie eine landesweite Diskussion über Kinder-Hochzeiten.
In dem Land im Südwesten der arabischen Halbinsel gehören arrangierte Hochzeiten von Kindern und Jugendlichen zum Alltag. Zwar stieg das durchschnittliche Heiratsalter von Mädchen laut einer Studie des „Gender Development Research and Studies Center“ in den vergangenen drei Generationen auf 14,7 Jahre. Die Befragung von rund 1500 Paaren durch ein Forschungszentrum zeigte aber auch, dass in ländlichen Regionen Hochzeiten mit Kindern noch oft vorkommen.

Nujud tauchte Anfang April ein wenig hilflos, aber doch zu allem entschlossen in einem Gericht in Sanaa auf. Sie wollte die Scheidung von ihrem Mann und eine Strafe für ihren Vater. Der habe sie geschlagen und mit Vergewaltigung gedroht, sollte sie den 30-jährigen Fais Ali Thamar nicht heiraten, sagte Nujud der „Yemen Times“.

Laut Gesetz dürfen Männer im Jemen bis zu vier Ehefrauen haben. Eine Heirat ist offiziell erlaubt, sobald die Braut 15 Jahre alt ist. Doch wenn der Vater als gesetzlicher Vormund einwilligt, ist eine Hochzeit auch früher möglich. Die traditionelle Regel, dass der Ehemann mit dem Vollzug der Ehe bis zum Ende der Pubertät warten muss, werde heute immer öfter gebrochen, berichtet Najat Sajam, Psychologieprofessorin an der Universität Sanaa. Oft schauen die Väter laut Sajam bei der Einwilligung mehr aufs Geld als auf das Wohlergehen des eigenen Kindes. Denn der Koran sieht für die Frau ein Brautgeld vor. Eigentlich soll es der finanziellen Absicherung der Ehefrau dienen, in der Realität landet es oft im Geldbeutel der Brautfamilie. Auch bei Nujuds Zwangsheirat dürfte Geld eine Rolle gespielt haben. So soll sich der Vater der Achtjährigen vor der Hochzeit seiner Tochter nach Angaben eines Verwandten als Bettler durchgeschlagen haben.


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Externer Link: Informationen über den Jemen in der Onlineenzyklopädie Wikipedia


LFür die jemenitischen Mädchen hat die frühe Heirat oft gravierende Folgen. So berichtete Nujud von den „schlimmen Dingen“, die ihr Mann ihr angetan habe. „Immer, wenn ich im Garten spielen wollte, hat er mich geschlagen und gesagt, ich soll mit ihm ins Schlafzimmer kommen. “ Oft bekommen die Minderjährigen bald das erste Kind. „Die Körper der Mädchen sind einfach noch nicht weit genug entwickelt für eine Schwangerschaft“, empört sich Psychologin Sajam. Nujuds Vater und ihr Ehemann haben trotz allem gegen kein jemenitische Gesetz verstoßen. „Das ist alles legal“, sagt Sajam, „leider.“ Gerade in ländlichen Regionen rechtfertigen viele Jemeniten die frühe Hochzeit mit dem Verweis auf den Propheten Mohammed. Er heiratete seine Lieblingsfrau Aischa, als sie etwa sechs Jahre alt war. Und das jemenitische Parlament lehnte einen Gesetzentwurf ab, das Mindestalter für Hochzeiten auf 18 Jahre anzuheben.




Nujuds Martyrium hat mittlerweile dennoch ein Ende gefunden. Ein Gericht in Sanaa beschloss am Dienstagabend die Scheidung der Achtjährigen von ihrem Ehemann. Nujud muss seiner Familie allerdings eine Entschädigung zahlen. Nach Angaben ihres Anwalts flossen zunächst umgerechnet rund 150 Euro – Geld von einem anonymen Spender. Die Achtjährige lebt nun bei einem Onkel und soll schon bald der Obhut einer örtlichen Hilfsorganisation übergeben werden.

Beobachter fürchten allerdings, mit dem neuen Leben könnte es vorbei sein, sobald die Öffentlichkeit nicht mehr hinschaut: „Wenn eine verabredete Heirat nicht stattfindet, bedeutet dies eine schwere Verletzung für die Familienehre. Diese kann nur mit Gewalt gesühnt werden - das heißt per ,Ehrenmord“, zitiert „Spiegel Online“ Myria Böhmecke von der Organisation „Terre de Femmes“. Es werde viel Geld und Engagement erfordern, das Mädchen versteckt zu halten, erklärte die Frauenrechtlerin weiter. Dabei will die mutige Achtjährige offenbar nur zurück zu ihrem Leben vor der Ehe: „Ich bin erleichtert, jetzt geschieden zu sein und wieder zur Schule gehen zu können“, erklärte sie nach dem Urteil.  

Von Frederik Obermaier
 

     
 
 
     
 
   
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