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  19. September 2007  

Jiyan, „Internationalen Initiative zur Vermeidung von Zwangsheirat und Ehrenmord an kurdischen Frauen“ e.V.

   
     

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المادة 548 من قانون العقوبات  السوري
1­يستفيد من العذر المحل من فاجأ زوجه أو أحد أصوله أو فروعه أو أخته في جرم الزنا المشهود أو في صلات جنسية فحشاء مع شخص آخر فأقدم على قتلهما أو إيذاء أحدهما بغير عمد. ‏
2­يستفيد مرتكب القتل أو الأذى من العذر المخفف إذا فاجأ زوجه أو أحد أصوله أو فروعه أو أخته في حالة مريبة مع آخر

 
 
 

 

 


Fallbeispiel "Ehrenmord"
 

Kadriye versucht, ihrem Bruder zu entkommen. Doch sie hat keine Chance, weil sie im fünften Monat schwanger ist. Ihr Bruder holt sie ein, verletzt sie auf offener Straße mit einem Säbel und erschlägt sie dann mit einem Stein. Kadriye hat die Ehre ihrer Familie verletzt, weil sie von einem Verwandten vergewaltigt und danach schwanger wurde. Nachdem der Vergewaltiger es abgelehnt hatte, Kadriye zu heiraten und somit die Ehre der Familie zu retten, sah ihr Bruder keinen anderen Ausweg, als Kadriye mit dem Einverständnis der gesamten Familie zu töten.

Kadriye musste sterben da sie in einer traditionell geprägten, patriarchalischen Gesellschaft lebt, in der die Ehre der gesamten Familie abhängig vom "richtigen" Verhalten der weiblichen Familienangehörigen ist. Diese Vorstellungen finden sich noch in vielen Ländern der Welt.
Verhält sich ein Mädchen oder eine Frau nicht dem traditionellen Frauenbild gemäß keusch und zurückhaltend, verletzt sie die Ehre der gesamten Familie nachhaltig. Häufig kann kein Verhalten ihrerseits diese Ehre danach wieder herstellen, nur die Ermordung oder die Verstoßung der "Schuldigen" kann das bewirken. Der kleinste Anlass genügt, um die Ehre der Familie in Gefahr zu bringen: Ein Mädchen braucht nur einem Fremden zuzulächeln oder es muss nur das Gerücht aufkommen, dass eine Frau ein außereheliches Verhältnis hat. Eine Vergewaltigung, wie bei Kadriye, bedeutet oft ein Todesurteil für das Opfer.

Den Männern fällt in patriarchalischen Gesellschaften die Aufgabe zu, ihre weiblichen Familienangehörigen zu überwachen. Gelingt ihnen dies nicht, trifft die Schande in erster Linie sie. Daher sind sie diejenigen, die die Familienehre notfalls mit Gewalt wieder herstellen müssen. Männer sind dabei Täter wie Opfer zugleich, da häufig minderjährige Brüder der Frau vorgeschoben werden, die Tat zu begehen. Dem gesellschaftlichen Druck können auch sie sich häufig nicht entziehen. Oft sind Frauen an der Tatvorbereitung beteiligt, die eigentliche Tat jedoch wird von den Männern ausgeführt.

Auch in Europa leben viele Familien mit Migrationshintergrund, die diesen Ehrenkodex verteidigen.
Nicht alle Ehrverbrechen kommen ans Licht. Viele "Ehrenmorde" werden als Unfall oder Selbstmord getarnt. Auch werden die wenigsten Fälle vor Gericht gebracht. Außenstehende mischen sich selten ein: Die Bereinigung der Familienehre wird als Familiensache angesehen. Auch die Polizei schaut häufig weg. Die Täter haben mit geringen Strafen zu rechnen, wenn sie überhaupt gefasst und verurteilt werden. In einigen Ländern wie etwa Jordanien existieren spezielle Gesetze, die eine starke Strafmilderung oder sogar Freispruch für "Ehrenmörder" ermöglichen. Diese Gesetze gelten allerdings nur für Männer. Frauen, die einen männlichen Verwandten töten, haben mit langen Gefängnisstrafen oder mit der Todesstrafe zu rechnen.

     
 
 
     
 
   
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Jiyan, „Internationalen Initiative zur Vermeidung von Zwangsheirat und Ehrenmord an kurdischen Frauen“ e.V.